Was Sie gegen Einsamkeit im Arbeitsalltag tun können

    Zwei Frauen, die am Büro miteinander am Laptop sitzen und sprechen

    Einsamkeit gilt oft als ein Thema des Privatlebens. Doch sie zeigt sich auch mitten im Berufsalltag – selbst dort, wo Menschen täglich von Kolleginnen und Kollegen umgeben sind.

    „Einsamkeit ist nicht dasselbe wie Alleinsein und auf den ersten Blick nicht direkt sichtbar“, erklärt Atakul Tigli, Referent für Gesundheitsförderung bei der BAHN-BKK. „Man kann unter  hunderten von Menschen sein und sich dennoch einsam fühlen“, führt er aus. Es geht vor allem um die Qualität der Beziehung. Denn Einsamkeit bedeutet, dass der Wunsch nach sozialen Beziehungen nicht der gelebten Realität entspricht. „Diese Gefühle sind ein Signal, denn sie zeigen, dass etwas an sozialen Beziehungen geändert werden sollte“, erklärt er.

    Einsamkeit kann messbare Folgen haben

    Psychisch zeigen sich Überschneidungen mit Depressionen, Angststörungen mit erhöhtem Stressempfinden. Auf der körperlichen Ebene steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen  oder Demenz. Auf sozialer Ebene sind stark einsame Menschen häufig isoliert und kommen aus  dieser Isolation meist ohne Unterstützung nicht heraus.

    Anregungen, wenn Sie aktiv gegen Einsamkeit  im beruflichen Umfeld vorgehen möchten:

    • Einsamkeit enttabuisieren

      Einsamkeit anzusprechen erfordert Mut. Führungskräfte spielen dabei eine besondere Rolle. Sie haben die Chance, alle Mitarbeitenden für das Thema zu sensibilisieren. Aber auch für Kolleginnen und Kollegen gilt: Achten Sie aufeinander und schauen Sie genauer hin, der Kollege, die Kollegin wird es Ihnen danken.

    • Rituale schaffen

      Ein gemeinsames Mittagessen einmal pro Woche, ein kurzer Plausch beim Kaffee – kleine feste Gewohnheiten stärken das Gemeinschaftsgefühl. Sprechen Sie Ihre Kolleginnen und Kollegen an.

    • Informellen Austausch ermöglichen

      Nicht jedes Gespräch muss ein Meeting sein. Raum für ungeplante Begegnungen ist oft wertvoller, als er scheint. Haben Sie eine Kaffeeküche?

    •  Eine feste Ansprechperson benennen

      Ein „Buddy-“System im Team kann besonders für neue Kollegen und Kolleginnen oder Menschen in Außendienst und Homeoffice echte Erleichterung bedeuten. Ganz ungezwungen kommt man so in Kontakt.

    • Gruppen und Netzwerke nutzen

      Ob betriebliche Netzwerkgruppen oder externe Angebote – gemeinsame Interessen verbinden. Organisieren Sie welche. Oder machen Sie mit!

    Das Gute: Einsamkeit ist kein Schicksal, sondern veränderbar. Jede und jeder kann es schaffen,  Einsamkeitsgefühle zu reduzieren. Bei sich und bei anderen. 

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